Montag, 10. April 2017

Gastbeitrag Marina Faffelberger: News oder Fake-News? Den Unterschied erkennen.

Woher bekommst du deine Informationen über aktuelle Vorgänge und Themen? Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA spielten Social Media eine große Rolle: Bots (automatische Softwares) posteten Pro-Trump Tweets und Facebook Beiträge. Auch beim Brexit waren Bots im Spiel. Solche automatisierten Accounts manipulieren uns Statistiken zufolge ziemlich erfolgreich und seien wir einmal ehrlich: Ist es nicht so, dass wir den Großteil von aktuellen Informationen über Facebook erhalten? Leider zirkulieren dort aber nicht nur vertrauenswürdige Nachrichten... Um Fake-News nicht aufzusitzen kannst du Folgendes tun:

Habe gesundes Misstrauen

Zu allererst: Glaub nicht allem was du liest, hörst und auf Bildschirmen siehst. Nur weil du einen Artikel über einen Vorfall im Internet liest, muss es noch lange nicht wahr sein. Oft schüren Fake-News Ängste und Befürchtungen, wie z.B. mit Nachrichten zur Flüchtlingsdebatte oder Ähnliches. Vorsicht bei Geschichten von denen sonst in keinem anderen Medium berichtet wird.

Bedenke: Es gibt auch Satire Nachrichten

Nicht alle Fakes sind bösartig, es gibt beabsichtigt unterhaltsame, sarkastische Nachrichten die durchaus von seriösen Medien stammen können. Also: beim Lesen das Hirn einschalten und aus dem Kontext ableiten können, dass der Ton der Nachricht einfach nur sarkastisch und unterhaltsam sein soll.

Auf Details achten

Achte auf kleine Details wie Namen von Personen oder Organisationen im Internet und recherchiere sie. Oftmals werden klitzekleine Veränderungen an Organisationen oder Namen verändert, wie z.B. in einer Fake Nachricht über den Tod der Queen laut „BBC News (UK)@BBCNewsUKI“, wo in winziger Schrift zu UK noch ein I hinzugefügt wurde. Falls vorhanden, öffne Links zu bekannten Medien um in der Originalquelle nachzulesen – sollte der Link ins Leere führen, ist die Nachricht nicht ernst zu nehmen. Überprüfe auch stets das Datum (besonders von Fotos oder Videos), denn ein beliebter Trick ist es, alte Geschichten neu zu verpacken.

Suchmaschinen verwenden

Um eine Nachricht von sozialen Medien zu überprüfen reicht oft eine schnelle Suche des Hauptthemas in Google aus. Bekommst du z.B. eine Nachricht auf WhatsApp über einen vermeintlichen Virus, dann kannst du das als Suchbegriff auf Google oder auf hoaxsearch eingeben und dadurch Fakes entlarven.

Fotos genauer unter die Lupe nehmen

Woher Fotos stammen lässt sich durch eine Rückwärtssuche über Google feststellen: dazu brauchst du einfach nur ein Bild anklicken, kopieren und bei Google in der Suchleiste auf das Bildsymbol (Bildersuche) drücken. Hier kannst du dann das Bild einfügen, der Bild-URL wird automatisch eingefügt. Ähnliche Fotos, bzw. das Vorkommen desselben Fotos wird somit überprüft, du kannst dadurch herausfinden, ob es z.B. 2004 schon einmal aufgetaucht ist - dann kann etwas nicht stimmen. Manipulationen bzw. Foto Retuschen kannst du auf die gleiche Weise über Foto Forensics oder Izitru ausfindig machen.

Videos überprüfen

Auch Videos können nach demselben Prinzip wie Fotos überprüft werden, beispielsweise mit YoutTube Data Viewer. Wenn du es noch genauer untersuchen möchtest, kannst du via Google Earth die Landschaft ansehen und prüfen ob sie zum genannten Ort passt, oder noch freakiger: du kannst auf der Seite Sonnverlauf den Schatten zu einer gewissen Uhrzeit ausrechnen und überprüfen ob dies im Video richtig angezeigt wird.

Wer steckt dahinter?

Am wichtigsten ist jedoch immer die Frage wer hinter der Nachrichte steckt, denn schlussendlich sind die meisten News mit irgendeiner Ideologie gefärbt. Seriöse Seiten geben ihre Herkunft bekannt, das Impressum sollte also auf jeden Fall zu finden sein. Vorsicht ist geboten, wenn kein Autor oder keine Quelle genannt ist.

Verifizierung durch soziale Medien prüfen

Wie bereits erwähnt, es ist wichtig zu wissen, wer hinter einer Nachricht steckt. Bei Facebook und Twitter werden verifizierte Accounts mit einem weißen Haken auf blauem Hintergrund symbolisiert. Somit kann man sichergehen, dass du es nicht mit einem Bot zu tun hast.

Kettenbriefe hinterfragen

Es sollte dich stutzig machen, wenn du eine Meldung unbedingt so schnell wie möglich an alle deine Kontakte weiterleiten sollst. Falschmeldungen, wie der Ute-Christoff Kontakt auf Whatsapp, gehören zu den sogenannten Hoax und sind erlogen. Wie vorhin erwähnt, kannst du solche News mit der Suchmaschine hoaxsearch überprüfen.

Fake News melden

Solltest du eine Fake-Nachricht entdeckt haben, dann vorerst HERZLICHE GRATULATION! Es wäre doch ideal, wenn du dieses Wissen teilst, die Nachricht auf keinen Falls auf Facebook teilst und sie stattdessen auf hoaxsearch meldest um andere vor Manipulation zu schützen.



News oder Fake-News? Den Unterschied erkennen von Marina Faffelberger ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

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