Freitag, 19. Juni 2015

Gutes Präsentieren ist erlernbar – und will gelernt sein!

Präsentationen schnitzen, wie ich es nenne, ist eine Aufgabe, an der man in der Lehre und der Wissenschaft nicht vorbeikommt. Egal ob bei Vorträgen oder in der Lehrveranstaltung, die Visualisierung einzelner Inhalte spielt eine zentrale Rolle. Und es ist auch immer wieder spannend zu sehen, wie Menschen präsentieren. 

Wie so oft im Leben macht die Mischung den Kick aus. Und mit einer guten Mischung aus Präsentationen wird auch unterschiedliche Präferenzen des Publikums entsprochen, von den Lerntypen will ich hier nicht wieder anfangen [die Idee ist ja ein Mythos, wie Will Thalheimer zusammenfass]. Wenn man aber in einer Tagung sitzt und die zehnte Präsentation sieht, die mit PowerPoint erstellt wurde, dann wird es fad. Wenn noch dazu ALLE möglichen Effekte einer Präsentation ausgenutzt werden, dann ermüdet man noch schneller. Genauso geht es dem Publikum aber auch, wenn das Layout minimalistisch gehalten ist. Von den Textanteilen nicht zu sprechen. Bei so mancher Präsentation wünscht man sich eine Lupe, bei anderen einen roten Korrekturstift und bei manchmal, ja manchmal eine Taste zum Vor- und Zurückspulen. Man kennt das ja. Und zum richtigen oder, sagen wir, zum wirkungsvollen und nachhaltigen Präsentieren gibt es massenweise Bücher, Links und Ideen. Und dennoch werden die gleichen „Fehler“ immer wieder gemacht. [Von Urheberrechtsverletzungen möchte ich gar nicht anfangen.]

Ich möchte das Thema Präsentieren heute dennoch mal wieder aufgreifen, auch weil wir im Juli dazu einen Workshop an der Universität Graz halten werden. Denn eigentlich ist die klassische PowerPoint ja nur eine von vielen Möglichkeiten, Inhalte in einer seriösen, ansprechenden, wirkungsvollen oder wie auch immer gearteten Weise zu präsentieren. Dazu ein paar Fundstücke aus dem Netz:
  • Mohamed Amin Embi hat im Dezember 2014 auf Slideshare eine Präsentation, oder vielmehr ein PDF, gepostet, in dem er Web 2.0 Presentation Tools: A Quick Guide anbietet. In diesem Guide präsentiert er unterschiedliche alternative Präsentationmöglichkeiten, darunter Powtoon, Emaze, Prezi, Haiku Deck und viele mehr. Von der multimedialen Aufbereitung in Videoform mit verspielten Cartoon-Elementen bis zur klassischen Präsentation ist vieles dabei.
  • Eine zweite Übersicht über unterschiedliche Tools, allerdings in französischer Sprache, liefert PowerPoint et les autres - le Top 10 des outils de presentation. Hier werden vor allem digitale PowerPoint-Alternativen angeführt, die das lineare Präsentieren ermöglichen. Ein Pluspunkt dieser Übersicht ist die Tatsache, dass auch immer der point fort, also die Stärke der Anwendung genannt wird.
  • Eine wunderbare Alternative zur Präsentation sind, in meinen Augen, Sketchnotes, die jedoch auch als Mitschriften eines Vortrags oder einer Präsentation entstehen können. Herr Mess (@herr_mess) zeigt in seinem Blog ein großartiges Beispiel aus dem Lateinunterricht. Weitere Beispiele finden sich bei Luka Peters (@edaktik) zum Beispiel. Das Video Sketchnotes für Einsteiger, entstanden auf der re:publica, ist Inspiration und Einstieg zugleich.
  • Aber auch Messenger-Dienste eignen sich für Präsentationen? Instagram als Foto-Version von Twitter, wenn ich das so schreiben darf, bietet zahlreiche Möglichkeiten Inhalte zu präsentieren und Geschichten zu erzählen. Ein Beispiel ist das Projekt #InstagramELE aus dem Spanischunterricht. In Kombination welcher Apps Instagram zum Geschichten-Erzählen genutzt werden kann, zeigt der Beitrag 5 Free Apps to Tell Creative Stories on Instagram.

1 Kommentar:

  1. Als leidgeprüfter Päsentationskonsument in Schule, Wirtschaft und Prüfungsausschuss wollte ich ppt den Kampf ansagen und bin ebenfalls auf REYNOLDS gestoßen. In einen Vortrag umgewandelt missioniere ich seitdem wo ich kann. Es ist ein tragfähiges und praxistaugliches Konzept und löst regelmäßig bejahendes Kopfnicken aus. Nur Mut Elke!

    Recherchieren, selektieren, sortieren und präsentieren!!

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